Categories

Letztes Feedback

Meta





 

Freude

Freude

Verzeihen Sie, dass ich entgegnen meinem Namen rückwärts verschrieb. Man muss Mut haben, ohne jede aufgezwängte Lebensführung, sein Leben mit sich zu führen. Der heutige intellektuelle Mensch voller Angst und Zwängen. Du musst lernen, Du musst arbeiten. Dies ist eine sklavenhafte Lebensführung. Sie ist Milliardären, wie auch Lebenskünstlern fremd. So heißt ein Bibelspruch, „sehet die Vögel im Himmel, sie sähen nicht, sie ernten nicht und der himmlische Vater ernähret sie doch.“ Der einsame Mensch in den Fernen des Himalaja oder an den Ufern des Mittelmeeres, in den Wüsten, wie in den tiefsten Urwäldern ist sich selbst. Er ist sich selbst genug. Er betrachtet die Natur, ihr kommen und gehen und denkt über sich selbst nach. Das heißt, er ist mit sich beschäftigt. Dies ist ein hoher Zustand, der von dem Studierenden niemals erreicht werden kann. Alles Lernen ist nur etwas Äußerliches. Etwas von außen Übergestülptes. Dieser Sinn, den wir unserem Leben geben können, kann nur dieser sein, der in uns wohnt. Äußere und innere Anfechtung des Lebens können nur an uns herantreten, wenn wir sie zulassen. Wir können uns eben täuschen lassen. Die Wahrheit aber besteht darin, dass wir erkennen, es ist eben alles nur Traum. So beziehe ich mich hier gerade auf Hegel, der sich auf Jakobis Ausdruck bezieht, das Systeme ein organisiertes Nichtwissen seien. So kann man doch auch erkennen, das die gefassten Werke einer Büchersammlung komplett aus Unwissenheit bestehen, worin man aber wieder vom Einzelnen her von den einzelnen Autoren wie von dem Erkennen des Lesers nur eines einzelnen Textes, wie auch dadurch, dass der Bibliothekar innerhalb dieses Nichtwissens eine Ordnung hinzufügt und organisiert, das gerade hierdurch Wissen entsteht.

Hat ein Wort, eine Rede, ein Satz, ein Text, für den Leser Bedeutung, also dieses artikulierte eines Diskurses, als die Bedeutung alles Artikulierbaren, so fand dieses artikulierte seinen Sinn. Man lässt hierbei diese Sinnbedeutung zu Wort kommen. Heidegger bedeutet hierzu, das zum redenden Sprechen gehöre, als Möglichkeiten, Hören und Schweigen.

Wenn wir Welt erkennen, so können wir nicht nur sagen, das wir die Welt nur erkennen auf der das Tageslicht ist, vielmehr müssen wir um diese ganze Welt einzubeziehen, im Welterkennen, auch die Nachtseite einbeziehen.

Wir haben nur Angst, darum sprechen wir. Wir haben diese Angst, das wir uns nicht ausdrücken können. Und wir haben die Angst, dass wir nicht verstanden werden. Wie auch dieser Zuhörer, die Angst hat nicht zu verstehen, was wohl gemeint worden ist. Diese Angst ist derart, als wir ein lichtloses Spukschloss in dunkelster Nacht betreten, indem wir uns fürchten müssen. Nachdem dann das Licht angeht, erkennen wir, das es keinen Grund gab sich zu ängstigen. Es war kein Grund vorhanden. Es war Nichtsz.

Es geht um sehr viel mehr als alleine im Text steht. Um mehr als das, was im Raum, im Nichts, im Dunkel, liegt. Es heißt hierbei auch, das du ja siehst, wenn hier nichts zu sehen ist. Bei diesem Hören eines Musikstückes zu sagen, „du siehst ja, wie schön das Orchester spielt“. Um nun noch zu sagen, es geht hier immer um die dinge selbst.

Die Welt ist schön. Für mich, für mich, für mich. Nur der Gedanke, dass draußen etwas ist. Dass diese Welt verändert. Macht glücklich.

 

Die Gedanken sind frei. Das Stehlen von Kunstwerken gehört zu den Grundrechten der Menschheit. Glaube an Wissenschaft ist Glaube an Vergangenheit. Werke großer Meister in Museen sind nur geklaut. Der Gedanke gehört der Kunst. Wissenschaft stiehlt immer. Museen verwalten gestohlene Gedanken. Der Kapellmeister als Wissenschaftler verarbeitet Gedanken eines Beethoven und verjagt sie, als wäre er ein Kunstschüler.

Geklaut/Die Gedanken geklaut/ Die Gedanken sind frei. Deshalb werden sie geklaut. Man bedient sich immer bei den Gedanken Anderer. Sobald ich ein Buch lese, ein Gedicht lese, ein Bild betrachte, entziehe ich diesen die Gedanken des Künstlers. Die Gedanken sind frei, das hieße auch, das Gedanken kostenlos sind. Würde auch bedeuten, dass eine Bezahlung für Gedanken bereits Zensur ist. Wenn jemand ein Buch schreibt, und ein Anderer schreibt dies zur Hälfte ab, so ist das ein völlig anderes Artefakt. Das Problem liegt darin, ob Hinz und Kunz, ein Buch schreibt, dessen Inhalt von einem anerkannten Wissenschaftler übertragen wird, welches damit eine völlig andere Bedeutung bekommt, oder ob ein hoher Wissenschaftler ein Werk schreibt und es wird von Hinz und Kunz abgeschrieben. Wenn ich schreibe über allen Wipfeln ist Ruh, so wäre dies eine Hommage an Goethe, auch wenn der naive Leser nicht die Herkunft erkennt. Wenn ich von einem lebenden bekannten Dichter etwas abschreibe, wäre es ein Plagiat, wenn aber diese bekannte dichter etwas von mir abschreiben würde, wäre ich darauf stolz. Alles Geplänkel zwischen Amateuren ist doch Pillepalle. Den bekannten Autor zu verklagen, wäre nur eine neue Geschäftsidee.

Die Gedanken sind frei … alles Andere wäre doch Zensur. Würde auch bedeuten, dass eine Bezahlung für Gedanken bereits Zensur ist.

 

Das Buch Schweigen und das Nichtsz, sehe ich als eine hoch universitär-wissenschaftliche Arbeit. Dass ich mich hierbei nicht an universitär-wissenschaftlichen Gesichtspunkten und Formalien halte und messen lasse, ist zuerst meiner dichterischen Freiheit geschuldet zum Zweiten meinem Diskurs mit einer universitäts-wissenschaftlichen Überheblichkeit. Diese Hybris zeigt sich selbst in ihrer eigenen Sprache. In allen Katastrophen zeigt sich die universitär-wissenschaftliche Überheblichkeit, sowohl bei ihren Schöpfern wie bei ihren Kritikern. Wissenschaft kritisiert Dummheit. Dabei ist es gerade Dummheit, die man nicht kritisieren kann und schon gar nicht wissenschaftlich. Man kann lediglich Wissenschaft kritisieren.

 

 

 

Was ist denn ein Gedicht? Diese Frage ist doch einzigartig. Schließlich nicht zu beantworten. Man schreibt ein Gedicht, man liest ein Gedicht. Kann man ein Gedicht wahrheitsgemäß lesen? Ist ein Gedicht zum lesen? Ist ein Gedicht zum Nachschlagen? Ich unterscheide ein lustiges Gedicht zum Lachen, oder ein Gedicht, das sich angenehm lesen lässt, oder ein Gedicht, das ich zunächst nicht verstehe, weil ich erst etwas nachschlagen muss, etwas nachdenken muss. Wie kann man dies alles unter einen Hut bringen? Der Redakteur einer Lyrikzeitschrift muss sich überlegen, werden seine Gedichte im Kommödienstadel vorgetragen, oder im Schulunterricht, oder sollte seine Zeitschrift auch morgen noch etwas zum Nachdenken sein? Ansonst wäre es doch wieder die Blümchenzeitung.

 

Sprechakttheorie insbesondere, wenn man einen wissenschaftlichen Anspruch stellt, geht von einer Aufrichtigkeit aus. Aber können wir immer sicherstellen, dass wir im Sprechakt aufrichtig sind, auch wenn wir dies wollen? Sagen wir immer die Wahrheit, sind wir ethisch und moralisch? 

 

 

                             © Manfred H. Freude

Aachen, 2010-07-30

© 2011 MANFRED H. FREUDE

 

 

 

30.7.11 13:12

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen